Liebe & Glück

Wechselwirkung von Liebe und Glück

Woher aber kommt die Tatsache, dass verheiratete Menschen konstant höhere Glückswerte aufweisen als Alleinstehende? Die Soziologieprofessoren Claire M. Kamp Dush von der Cornell University und Paul R. Amato von der Pennsylvania State University haben dazu drei mögliche Erklärungen erarbeitet: Die Ehe hat einen positiven Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und die mentale Gesundheit, der Lebensstandard ist bei verheirateten Paaren in der Regel höher als bei Singles, und sie genießen einen stärkeren sozialen Rückhalt.

Menschen, die eine feste Beziehung führen, haben ein besseres Selbstwertgefühl und eine höhere Lebenszufriedenheit. Sie sind tendenziell auch weniger anfällig für Stress und Krankheiten. Liebe bietet also einen Nährboden für Glück. Aber wie ist es andersherum: Finden glückliche Menschen schneller Liebe?
In weiteren Studien zu den Themen Glück und Liebe haben Wissenschaftler bestätigt, was auf der Hand zu liegen scheint: Glückliche Menschen sind von Natur aus aufgeschlossener als unglückliche. Sie treten schneller und leichter mit anderen Menschen in Kontakt. Ihre Chance, einen Partner zu finden und auch zu halten, ist entsprechend größer als bei unglücklichen Menschen, die weniger positive Signale an ihr Gegenüber aussenden. Bei eher unglücklichen Menschen, die in einer Beziehung leben, besteht zudem die Gefahr, dass sie ihre Unzufriedenheit oder Unsicherheit auf den Partner übertragen, was dann auch zu einem Bruch in der Bindung führen kann.
Glückliche Menschen haben in der Regel stabilere Beziehungen. Natürlich kann es auch in einer glücklichen Ehe ‒ wie in jeder Beziehung ‒ schwierige Phasen geben. Dennoch lässt sich festhalten, dass das subjektive Wohlbefinden eines Menschen mit der Intensität der Bindung ansteigt, und dass Stabilität und Sicherheit wichtige Faktoren für eine glückliche Beziehung sind.

So wie sich viele Menschen Gedanken über Liebe und Glück machen, ist auch Ruut Veenhoven als Wissenschaftler und auch als Mensch an diesem Thema interessiert. Denn Glück und Liebe betreffen jeden Menschen. Sie stehen in einer Wechselbeziehung zueinander und begünstigen sich gegenseitig. Liebe ist eine Quelle von Glück, und Glück enthält Zutaten, die das Rezept Liebe als Würze braucht.

Quellenhinweis:

  1. Dush, C. M. K., & Amato, P. R. (2005). Consequences of relationship status and quality for subjective well-being. Journal of Social and Personal Relationships, 22(5), 607-627.
  2. Wilson, C.M., & Oswald, A.J. (2005). How does marriage affect physical and psychological health? A survey of the longitudinal evidence. Discussion Paper No. 1619.
  3. Hertel, J., Schütz, A., DePaulo, B. M., Morris, W. L., & Stucke, T. S. (2007). She’s single, so what? How are singles perceived compared with people who are married? Zeitschrift für Familienforschung-Journal of Family Research, 19(2).
  4. DePaulo, B. M., & Morris, W. L. (2005). Singles in society and in science. Psychological Inquiry, 16(2-3), 57-83.
  5. Veenhoven, R. (2015). Social conditions for human happiness: A review of research. International Journal of Psychology.
  6. Veenhoven, R. (1989). Does happiness bind? Marriage chances of the unhappy. In: How Harmful is Happiness? Consequences of Enjoying Life Or Not. Universitaire Pers Rotterdam. Netherlands.
  7. Veenhoven, R. (1988). The utility of happiness. Social indicators research, 20(4), 333-354.
  8. Veenhoven, R. (2014) World Database of Happiness: Continuous register of scientific research on subjective enjoyment of life, Erasmus Universiteit Rotterdam, http://worlddatabaseofhappiness.eur.nl
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Partners

Speakers

  • Prof. Dr. Andrew Oswald Professor of Economics, University of Warwick
  • Prof. Dr. Ronnie Schöb Professor for International Public Economics, Free University Berlin
  • Prof. Dr. Ruut Veenhoven Emeritus Professor Social Conditions of Human Happiness, Erasmus University Rotterdam
  • Prof. Dr. Carmelo Vazquez President of the International Positive Psychology association
  • Prof. Dr. Marc Hassenzahl Folkwang University Essen
  • Dr. Martijn Burger Academic Director Erasmus Happiness Economics Research Organisation
  • Dr. Adam Okulicz Kozaryn Researcher Rutgers University
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